12 Millionen Menschen auf dem Weg nach Westen
Der Krieg ist verloren

Die Rote Armee erreicht Ostpreußen im Oktober 1944. Viel zu spät beginnt die Evakuierung der Bevölkerung, die immer noch ausharrt, weil Hitler verboten hat zu fliehen.
Nun beginnt ein panischer Aufbruch Richtung Westen. Berichte von Massakern an der Zivilbevölkerung wie in Nemmersdorf eilen den sowjetischen Soldaten voraus. Vergeltung der Gräuel, die sie selbst gesehen haben oder Angst vor dem von Hitler beschworenen Verteidigungswillen der Deutschen, lassen Teile der Roten Armee wüten.
Die Wehrmacht und die Marine versuchen, die Fluchtwege über die Ostsee zu sichern. Im Januar 1945 schneidet die Rote Armee den Landweg nach Westen ab. Die Flüchtenden wagen sich auf das zugefrorene Frische Haff, um den Danziger Hafen zu erreichen. Die Hafenstädte Danzig und Königsberg kapitulieren im März und April 1945. Die Einwohner und Flüchtlinge dort sind eingeschlossen.
Von Januar bis April 1945 treiben die sowjetischen Truppen in den eroberten Gebieten die arbeitsfähigen Deutschen zusammen. Die 15- bis 60-jährigen Männer und Frauen werden als Zwangsarbeiter bis in den Kaukasus und nach Turkmenien verschleppt. Diejenigen, die nicht bis 1949 nach Deutschland zurückkehren, sind vermutlich auf dem Transport oder im Arbeitslager gestorben.
Die Potsdamer Konferenz vom 17. Juli bis 2. August 1945 bedeutet für sieben Millionen Menschen den Verlust der Heimat. Die Deutschen, nicht nur aus Ostpreußen, Polen, Böhmen, Mähren, Pommern, Schlesien und dem Sudetenland, müssen ihre Heimat zwangsweise verlassen.
Wohin mit den deutschen Zivilisten und Soldaten? Polen weist sie in die befreiten Konzentrationslager ein. Dort warten die Menschen auf den Transport in den Westen. Sind die Lagerkommandanten ehemalige KZ-Häftlinge, überleben etwa 30 von 100 Insassen das Warten nicht.
1948 kommen die letzten Bahntransporte im Westen an. Zwölf Millionen traumatisierte Flüchtlinge und Vertriebene brauchen eine neue Heimat, Wohnung, Nahrung und Arbeit.

7 / 12


Großes Bild
Das Vertrauen in die eigenen Truppen ist längst verschwunden: Ganze Dorfgemeinschaften verladen ab Herbst 1944 das Notwendigste auf Ackerwagen und fliehen im Treck Richtung Westen.


Linkes Bild
Flucht über das zugefrorene Haff: Um über die deutschen Ostseehäfen  in den Westen zu gelangen, waten die
Menschen durch eiskaltes Wasser, das teilweise knöchelhoch auf dem Eis steht.

Rechtes Bild
Eine Volksverschiebung unvorstellbaren Ausmaßes: Die Flucht und Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus den Ostgebieten setzt Millionen Menschen Richtung Westen in Bewegung.

Geschichtspfad 7-12

Zum Seitenanfang
JSN Boot template designed by JoomlaShine.com
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Datenschutzerklärung Ok