Brennende Sterne fallen vom Himmel
Das Kriegsgeschehen in der Grafschaft Bentheim

Zunächst ist in der Grafschaft vom Krieg nicht viel zu spüren. Das ändert sich, nachdem der Blitzkrieg in Polen 1939 nach nur zwei Monaten erfolgreich beendet ist. Deutsche Truppen werden nach Westen verlegt, auch in die Grafschaft. Am 10. Mai 1940 gegen drei Uhr morgens wird die Bevölkerung in Neuenhaus und Emlichheim durch den Abmarsch der Truppen in Richtung auf die neutralen Niederlande aus dem Schlaf gerissen. Die Fliegerstaffeln der deutschen Luftwaffe, die Rotterdam am 14. Mai fast vollständig zerbomben, dröhnen im Luftraum über den Köpfen der Menschen im Grenzgebiet.
Das Dröhnen der Flugzeugmotoren wird zur „Begleitmusik" des Krieges. Der Anflug der Alliierten auf Ballungszentren im Ruhrgebiet sowie Berlin und Stuttgart führt über die Grafschaft. Die Menschen am Boden beobachten die Bomberverbände und den Luftkampf: Deutsche Jagdflieger sollen die fliegenden Festungen der Briten und Amerikaner abschießen, bevor sie ihre Ziele erreichen. Freund und Feind fallen wie „brennende Sterne" vom Himmel, setzen Häuser und Scheunen in Brand. Doch damit ist die Gefahr nicht
vorbei: Vor dem Rückflug über den Ärmelkanal werfen die alliierten Flugzeuge die Bombenlast, die sie noch an Bord haben, auch über Grafschafter Gebiet ab.
Flugabwehrkanonen, kurz Flak genannt, sind auf Nordhorner Fabriken und auf den Zügen der Bentheimer Eisenbahn installiert. Ihr Erfolg ist zweifelhaft. Die Flak auf den Zügen kann nicht verhindern, dass Zivilisten bei den ab Mitte 1944 zunehmenden Tieffliegerangriffen auf die Bahnstrecken und die Reichstraßen ums Leben kommen. Jetzt ist auch Nordhorn von direkten Bombenangriffen betroffen, denn die Front rückt näher.
Am Ostersonntag 1945 marschieren die alliierten Truppen in der Grafschaft ein. In Nordhorn versuchen die Bürger erfolglos, das eigene Militär davon zu überzeugen, die Stadt kampflos zu übergeben. Emlichheim und Neuenhaus entgehen einer letzten sinnlosen Schlacht: Kanadische und polnische Truppen können am 5. April 1945 kampflos einrücken..

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Ein Teil der Besatzung des 1943 von der Flak abgeschossenen Lancaster-Bombers der britischen Royal Air Force. Der Bomber stürzt in der Nähe eines Bauernhofes ab. Etwa 20 Minuten nach dem Aufschlag explodieren acht Tonnen Bomben an Bord der Maschine. Der Bauernhof wird völlig zerstört, eine Zivilistin getötet. Von der Besatzung überlebt niemand.


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1944 wird dieser US-Leutnant der Air Force (8. USA AF) gefangen genommen. Der Offizier westeuropäischer Abstammung kann sich sicher sein, gemäß der Genfer Konvention behandelt zu werden:

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Eine deutsche Focke-Wulf Fw 190 D-9 beim Start im Jahr 1944 auf dem Militärflugplatz in Klausheide.

Geschichtspfad 6-12

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