Der Begeisterung folgt Ernüchterung
Die Machtergreifung der Nationalsozialisten

Am 30. Januar 1933 ernennt der greise Reichspräsident, Paul von Hindenburg, Adolf Hitler zum Reichskanzler. Im Februar wird der Reichstag aufgelöst. Die Nationalsozialisten nutzen die Zeit bis zum 5. März, dem Tag der Neuwahlen, um politische Gegner kaltzustellen.
Unterschiedliche Kräfte der Weimarer Republik haben dieser Entwicklung den Weg bereitet. Konservative und antidemokratische Parteien betrachten Hitler als Werkzeug der Restauration. Mit dem Fall der protestantischen Monarchie Preußens fehlt vielen evangelischen Christen die Orientierung. Breite Bevölkerungsschichten und Wirtschaftskreise sehen durch Hitler und seine NSDAP ihre Interessen vertreten.
Der rasante und mitreißende Aufstieg der NSDAP in der Grafschaft Bentheim geht von Gildehaus aus: Der Arzt Dr. Josef Ständer gründet dort 1923 den Völkisch-Sozialen-Block als Ersatz für die verbotene Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei. 60 Mitglieder hat die Ortsgruppe bereits ein Jahr später. Als Hitler 1925 aus der Festungshaft entlassen wird, gliedert sie sich in die neu formierte NSDAP ein und gründet in Nordhorn die dortige erste Ortsgruppe der Partei.
Die NSDAP sorgt für Abwechslung in der Grafschaft. Sie organisiert Veranstaltungen wie „Deutsche Abende". Die Verkündung der neuen Ideologie ist ein Programmpunkt. Abwechslung zum Landleben bieten die Reisen ins Ruhrgebiet und zu den Parteitagen in Nürnberg. Nach 1933 werden Parteigenossen bevorzugt in Arbeit vermittelt.
Mit dem Sichtbarwerden der menschenverachtenden Methoden der neuen Machthaber verliert Hitler die anfängliche Zustimmung einer ganzen Reihe von Christen. Vermehrt orientieren sich protestantische Geistliche und Gläubige der Grafschaft an der Bekennenden Kirche. Auch die Grafschafter Katholiken werden von der Geheimen Staatspolizei scharf beobachtet.

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Die Bewegung der Nationalsozialisten erfasst das ganze Volk: öffentlich demonstrierte Zustimmung anlässlich einer NS-Kundgebung auf dem Hindenburgplatz in Nordhorn. Gefeiert wird an diesem 1. April 1938 die Einführung der Gemeinschaftsschule, die die bisherigen Konfessionsschulen ersetzt.


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Ein Volk in Bewegung": Auch die Jungen der Hitlerjugend marschieren am 1. Mai schwungvoll durch Laar.    
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Am 1. Mai 1933 können die Menschen den flatternden Fahnen noch unbeschwert vom Straßenrand aus zusehen.

Geschichtspfad 2-12

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