Feldbahnprojekt
Christhard Pasternak

Feldbahnen wurden hier seit Anfang der 30er Jahre eingesetzt, als mit dem Reichsarbeitsdienst mit der Kultivierung des Moores begonnen wurde.

Zur Blütezeit der Feldbahnen gab es ein Netz, das von Kleinringe im Süden am Kanal entlang mit Stichbahn zum Bahnhof Hoogstede über Georgsdorf, Wietmarschen, Dalum, Fullen bis nach Rheede reichte oder auch noch weiter reichte.
Die Schienen konnten ohne großen Aufwand dort verlegt werden, wo sie gebraucht wurden.
Vielleicht gibt es aus diesem Grund kaum Gleispläne und Unterlagen über die Feldbahngeschichte.

Hier am Piccardie - Coevorden - Kanal waren 4 Transportwege nebeneinander.
Der Kanal auf dem je Monat ca. 30 und zu Spitzenzeiten fast 200 Lastkähne mit 60t - 80t den Kanal passierten. Sie kamen aus den Niederlenden. aus dem Ruhrgebiet und von der Ems.

Jüngere Generationen können sich das sicher nicht mehr vorstellen.
Neben dem Kanal verlief ein Fahrrad - Pat. Nur festgefahrener Sand mit den heutigen Fahrradwegen nicht zu vergleichen.
Hinter einer Reihe Birken, ein Feldweg unbefestigter Sand für Pfergefuhrwerke, daran schlossen sich dieSchinen der Feldbahn an.
Diese war zu der Zeit neben dem Schiff das Transportmittel Nr. 1.
Die Kultivierung des Emslandes wäre ohne die Feldbahnen nicht möglich gewesen.

Beim Graben- und Wegebau wurden riesige Mengen Sand bewegt.
Erst vom Reichsarbeitsdienst, dann von Strafgefangenen, während des Krieges von Kriegsgefangenen
verschiedener Nationen und nach dem Krieg von Flüchtlingen und Einheimischen sowie Strafgefangenen aus der JVA Groß Hesepe.

Hier kamen die Kipploren zum Einsatz.
Wie von alten Neugnadenfeldern berichtet wird, mussten pro Mann und Tag zuerst 15 Kipploren beladen werden. Später wurde es bis auf 23 Loren pro Tag heraufgesetzt. Jede Lore hat ein Ladevolumen von 0,75 m3, das waren dann 17,25m3 Sand die mit der Schaufel bewegt werden mussten.
In der alten Wäscherei gibt es anschließend die Möglichkeit Filmaufnahmen u. Bilder aus dieser Zeit zusehen.



Nach der Schufterei im Moor war der Arbeitstag noch lange nicht zu Ende.
Brenntorf musste für den Winter gestochen und getrocknet werden.
Der Garten und Kleinvieh mussten versorgt werden um den täglichen Lebensunterhalt zu sichern.
Während der Aufbauphase kam der größte Teil der Baumaterialien mit dem Schiff am Kanal an.
Alles wurde per Hand auf Loren umgeladen und zu den Baustellen transportiert.
Um vom Hauptgleis zu der Baustelle zu gelangen verlegte man ein Stichgleis. Mit Hilfe eines s. g. Frosch' s konnten die einzelnen Loren auf das Stichgleis umgesetzt werden damit sie dann an Ort u. Stelle abgeladen werden konnten.

Brigadewagen
( Nachbau mit original Lorenfahrwerken)
Diese Wagen wurden u a für den Personentransport eingesetzt. Im Krieg und auch danach wurden die Gefangenen in diesen Brigadewagen zu Baustellen im Moor transportiert. Auch als Nahverkehrsmittel z. B. für die Fahrten zum Missionsfest nach Dalum und umgekehrt wurden sie eingesetzt. Reichte der Diesel für die Lok nicht, wurde ein Pferd angespannt.
Auch dies ist noch in Bildern und Film dokumentiert. Ohne die Rungen, also ohne dies Geländer wurden Schienen damit transportiert.

Gezogen wurden die Loren von kleinen Dieselloks wir haben hier eine
DEUTZ OMZ und eine Dima DL8 Listerdiesel.

Die hier vor den Schienen verlegten roten Pflastersteine sind original Steine aus dem Lager Groß Hesepe, die unser Verein gerade noch vor den Schredder retten konnte.
Auch in Neugnadenfeld waren die Straßen mit solchen Steinen befestigt.

In der Zeit so ab 1946 war das Wasserwirtschaftsamt Meppen mit einer Außenstelle in Bathorn (Das große Gebäude gegenüber der Brücke nach Hoogstede heute mit vielen Dachfenstern)

Dort war einmal die Bauleitung zur Überwachung des Graben- und Wegebau" s untergebracht.

Heute nicht mehr zu sehen eine Magazinbaracke mit Spaten, Stopfhämmern für den Gleisbau und alles was sonst noch für die Arbeit im Moor gebraucht wurde.
Ergänzt durch eine Tischlerei, einen Lokschuppen mit ca. 10 Loks und einer Reparaturbaracke in der die Loks und ca. 300-400 Loren gewartet wurden.
Die Moorverwaltung war für die Kultivierung der Moorflächen zuständig. Schutzstreifen und Wäldchen
wurden angepflanzt.
Dazu gehörte auch der Einsatz der OTTOMEYER Dampflokomobile mit dem größten Pflug der Welt. Die Erde konnte bis 1,80 m tief gepflügt werden. Die Kohlen für diese Maschinen kamen auch per Schiff. Mit der Feldbahn wurden sie dann zu den Dampfmaschinen ins Moor gefahren. Auf- und abladen alles per Hand und bei jedem Wetter.
Pflug und Lokomobile können noch im Moormuseum Groß Hesepe besichtigt werden.
Beim Wasserwirtschaftsamt und der Moorverwaltung fanden viele Neugnadenfelder Arbeit.
Noch heute sind Feldbahnen bei den verschiedenen Torfwerken im Einsatz.
Damit das Wissen über dis Entstehung der heutigen Landschaft und den Ort Neugnadenfeld nicht verloren geht, soll diese kleine Anlage für nachfolgende Generationen die vergangne Zeit „begreifbar" machen


Text von 2008, überarbeitet 2011 von C. Pasternak

Feldbahn Lore

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